Sollten selbst optimal angepasste Brillen oder Kontaktlinsen nicht mehr ausreichend sein, sind Sie natürlich nicht auf sich allein gestellt. Für diese Situationen gibt es Hilfsmittel, die Sie weiterhin am Leben teilhaben lassen und zur Lebensqualität beitragen. Sie brauchen also weder aufs Lesen noch auf das Fernsehen zu verzichten, Einkäufe können Sie ohne fremde Hilfe erledigen, können in den Urlaub fahren und in den meisten Fällen ist es somit möglich Ihren Beruf weiterhin auszuüben. Diese Hilfsmittel werden teilweise von Krankenkassen bezuschusst.

Eine Vergrößerung von betrachteten Objekten kann hauptsächlich dann hilfreich sein, wenn die zentrale Sehschärfe durch krankhafte Veränderungen der Macula lutea herabgesetzt ist. Die häufigste Veränderung der Macula ist altersbedingt. Dabei behalten die meisten Betroffenen ihr Orientierungsvermögen bis an ihr Lebensende, da sie alles was außerhalb des zentralen Gesichtsfeldes liegt wahrnehmen können. Aber das, was sie direkt anschauen – die Mitte – ist verschwommen.

Optische und elektronische Hilfsmittel sind erfolgversprechend, wenn im zentralen Bereich der Netzhaut genügend intakte Inseln an Rezeptoren liegen, sodass z.B. eine vergrößerte Schriftzeile zusammenhängend erkannt werden kann. Bei Hilfsmitteln die man wie eine Brille trägt, muss man sich an einen anderen, meist erheblich geringeren Leseabstand gewöhnen.

Bei der Nutzung einer vergrößernden Sehhilfe sollte man auch immer für eine gute Arbeitsplatz-Beleuchtung sorgen. Bei einer normalen Brille oder Kontaktlinsen ist dies schon zu beachten, aber bei vergrößernden Sehhilfen nimmt sie aufgrund des kürzeren Abstands zum Schriftgut eine noch wichtigere Rolle ein. Ein weiterer Vorteil ist das sich bei einer zusätzlichen Arbeitsplatz-Leuchte die Position der Lampe meist flexibel einstellen lassen kann. Denn nur so kommt genügend Licht auf das Schriftgut. Selbst wenn man dieses sehr nah vor das Auge halten muss.

Um also eine individuell passende Lösung für Sie zu finden, stehen wir Ihnen als Ansprechpartner gern zur Verfügung.

Unsere Partner

  • Lupen und Lesegläser

    • sind die am meisten verwendeten und einfachsten vergrößernden Sehhilfen. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen:
      • Handlupen/Lesegläser
        • können flexibel eingesetzt werden – egal ob zuhause, um Verpackungsangaben zu lesen oder Anzeigen und Schalterstellung am Herd zu erkennen, oder unterwegs, um den Busfahrplan zu entziffern oder beim Einkaufen Produktinformationen und Haltbarkeitsdaten zu erkennen
        • es gibt sie in Vergrößerungen von ca. 1,5-facher bis 15-facher, wobei der Lupendurchmesser mit zunehmender Vergrößerung abnimmt und somit das Sehfeld kleiner und die Übersicht schlechter wird
        • wenn die Lupe bei wechselnden Lichtverhältnissen benutzt wird, ist eine Ausführung mit Beleuchtung vorteilhaft
        • für eine optimale Versorgung, muss die Lupe relativ nah ans Auge und die Schrift nah an die Lupe gehalten
      • Aufsetzlupen
        • werden, wie der Name schon sagt, auf das Schriftgut aufgesetzt
        • sind mit denselben Vergrößerungen wie Handlupen erhältlich, haben aber meist schon eine eingebaute Beleuchtung und erreichen dadurch deutlich höhere Helligkeiten als beleuchtete Handlupen
        • werden häufig zum Lesen an einem Tisch benutzt und haben damit einen Vorteil gegenüber Handlupen, da sie einen konstanten Abstand zum Schriftgut haben
        • zur optimalen Anwendung ist eine Lesebrille nötig
      • Standlupen
        • bezeichnet Lupen die an einem beweglichen Gestänge oder Arm befestigt sind (vergleichbar mit Schreibtischlampen)
        • haben einen relativ geringen Vergrößerungsbereich, bis ca. 2,5-fache Vergrößerung, da sie einen großen Durchmesser haben
  • Monokel
    • ein kleines, kompaktes und leichtes Handfernrohr, welches zur Orientierung dient
    • wie der Name schon sagt, wird es vor ein Auge gehalten und kann durch Drehen am Okular auf unterschiedliche Entfernungen eingestellt werden
    • die meisten Modelle lassen sich bis auf sehr kurze Distanzen, unter 30cm, scharf stellen
    • sind in unterschiedlichen Vergrößerungen erhältlich, üblicherweise zwischen 3-fach bis 8-fach, hierbei ist wieder zu beachten das größere Vergrößerungen ein kleineres Sehfeld bedeuten
    • ist vielfältig nutzbar – in der Ferne um beispielsweise Straßenschilder zu lesen oder Fahrtzielanzeigen öffentlicher Verkehrsmittel zu überprüfen – im Nahbereich hilft es beim Erkennen von Fahrplänen, zum Lesen von Preisschildern
    • sehbehinderte Schüler können sie gut zum Ablesen des Tafelbildes verwenden
    • für einige Monokulare gibt es zusätzlich Aufstecklupen, so dass man sie wie ein Standmikroskop verwenden kann
    • ein Monokular kann auch gleichzeitig mit einer anderen vergrößernden Sehhilfe vom Augenarzt verordnet werden, da die Geräte unterschiedlich angewendet werden
  • Lupen- und Fernrohr(lupen)brillen
    • Lupenbrillen
      • sind besonders starke Lesebrillen
      • der Leseabstand ist hierbei wesentlich kleiner als bei normalen Lesebrillen
      • haben eine bis zu 15-fache Vergrößerung
      • wird die Lupenbrille beidäugig genutzt ist eine bis zu 3-fache Vergrößerung möglich, darüber hinaus ist nur eine monokulare Ausführung möglich
      • dabei wird dann das bessere Auge genutzt, das schlechtere Auge bekommt – falls nötig – ein Mattglas, damit es nicht ablenkt bzw. stört
      • ihr vergleichsweise großes Sehfeld ist von Vorteil, da somit beim Lesen die Übersicht größer ist als mit jeder anderen optisch vergrößernden Sehhilfe
      • sind relativ leicht und somit effektiv unterwegs einsetzbar
      • der kurze Leseabstand ist dabei aber die größte Hürde, da durch den erschwerten Lichteinfall immer auf eine gute Beleuchtung zu achten ist
    • Fernrohrbrillen
      • wie der Name bereits vermuten lässt wird ein Fernrohr in das Brillenglas eingebaut, mit dem entfernte Gegenstände vergrößert werden
      • dafür kommen 2 verschiedene Fernrohrarten zum Einsatz – Kepler- oder Galilei-Fernrohre
        • Galilei-Fernrohre sind relativ leicht, klein und haben üblicherweise eine 2-fache Vergrößerung
        • Kepler-Fernrohre erreichen höhere Vergrößerungen, sind dabei aber schwerer
      • können monokular und binokular eingesetzt werden
      • nachteilig ist, dass sie nur ein kleines Sehfeld haben und somit nur eine verringerte Übersicht bieten
      • zusätzlich dazu ist die Entfernungseinschätzung verändert, so dass man sich damit nicht sicher bewegen kann und sie eher im Sitzen oder Stehen verwenden sollte
      • sind nur dann effektiv, wenn der Sehabstand nicht verringert werden kann
    • Fernrohrlupenbrille
      • wird wie die klassische Lupenbrille vor allem für den Nahbereich verwendet
      • wie der Name schon sagt ist sie eine Kombination aus einer Fernrohr- und einer Lupenbrille
      • dies wird dadurch erreicht, dass auf das in die Brille eingebaute Fernrohr ein Lupenglas aufgesteckt wird
      • dadurch wird eine 1,5-fache bis 12-fache Vergrößerung erreicht, binokular ist nur eine bis zu 3-fache Vergrößerung möglich
      • nimmt man das Lupenglas ab funktioniert die Brille wie eine Fernrohrbrille, für das Vergrößern von fernen Objekten
      • dient vorrangig dem Lesen und Schreiben
      • der Vorteil gegenüber Lupenbrillen ist dabei, dass mit geringerer Vergrößerung ein vergleichsweise großer Arbeitsabstand gewählt werden kann; somit sind sie auch zum Notenlesen und für handwerkliche Tätigkeiten geeignet
      • bei Galilei-Fernrohren ist der Abstand doppelt so groß und bei Kepler-Fernrohren drei- bis viermal so groß
      • Nachteil dabei ist eine verringerte Übersicht
  • Kantenfilter
    • sind Spezial-Filtergläser, die für die Augen und Hornhaut schädliche Wellenlängen  (das UV- Licht und Anteile des kurzwelligen blauen Lichts) absorbieren und blockieren – somit werden Blendungen reduziert und der Kontrast deutlich gesteigert
    • damit erzielen sie einen erholsamen und kontrastreichen Sehkomfort und tragen so zu mehr Lebensqualität bei
    • bei welchen Indikationen können Kantenfilter hilfreich sein:
      • bei einer generellen Blendempfindlichkeit
      • bei Augenkrankheiten, z.B. Makula-Degeneration, Diabetische Retinopathie, Glaukom, Retinitis Pigmentosa, Albinismus, Achromatopsie, Aphakie und auch nach Katarakt-Operationen
      • bei erhöhter Blendempfindlichkeit und vermindertem Kontrastsehen
      • wenn eine ausgeprägte Lichtempfindlichkeit vorliegt (bei Migräne, Kopfschmerzen)
      • als Therapiemöglichkeit zur Behandlung von Leseschwächen bei Kindern und Jugendlichen – kontrastreicheres Sehen von Buchseiten
    • wenn Kantenfilter zur Kontraststeigerung genutzt werden, gilt generell das Sie subjektiv entscheiden müssen, welches Glas Ihnen die besten Kontraste ermöglicht – dies ist abhängig vom Umgebungslicht und dem eigenen persönlichen Empfinden
    • bei Nacht, in der Dämmerung, im Morgen-bzw. Abendrot, bei Tag oder in verschneiten Landschaften sind oft verschiedene Filter notwendig
  • elektronische Lupen
    • werden auch als mobile Lesegeräte bezeichnet und sind kompakte Sehhilfen im Handtaschenformat
    • Schrift oder andere „kleine Dinge“ werden mit einer Kamera aufgenommen und auf dem Display vergrößert wiedergegeben
    • durch die relativ kleinen Displays, die zwischen 4 und 10 Zoll groß sind, sind der Vergrößerung allerdings Grenzen gesetzt
    • werden über das Schriftgut bewegt und können je nach Ausführung an der Unterseite kleine Rollen haben oder ein aufklappbares Stativ, welches ermöglicht das unter der Lupe kleine Schreibarbeiten möglich sind
    • häufig sind sie mit einem internen Bildspeicher ausgestattet, um so eine oder mehrere Aufnahmen zu speichern und diese später in Ruhe zu betrachten
    • können im und außer Haus vielfältig genutzt werden – im Restaurant die Speisekarte lesen, beim Einkaufen Preisschilder entschlüsseln oder das Lesen von Fahrplänen hinter einer Glasscheibe
    • durch die Wiedergabe mit hohem Kontrast und die eingebaute Beleuchtung sind sie bei ungünstigen Lichtverhältnissen und kontrastarmen Schriften gut einsetzbar
    • für längere Schreibarbeiten sind die mobilen Lesegeräte allerdings eher kaum geeignet
  • Bildschirmlesegeräte
    • sind stationäre Geräte
    • werden auch als Kamera-Lesesystem bezeichnet, da sie das Schriftgut mit Hilfe einer Kamera stark vergrößert auf einem Monitor wiedergeben
    • kommen zum Einsatz, wenn optische Sehhilfen keine ausreichende Lesefähigkeit mehr ermöglichen
    • das Schriftgut wird unter die Kamera gelegt und kann per Hand horizontal und vertikal verschoben werden
    • neben der Kamera und einem 17 bis 19 Zoll großen Monitor gehört zu den meisten Geräten ein so genannter Kreuztisch
    • dieser wirkt wie eine Plattform auf zwei Achsen, die im rechten Winkel zueinanderstehen – damit kann das Schriftgut in Längs- und Querrichtung verschoben werden, ohne dass die einmal ausgerichtete Schriftzeile wieder verrutscht
    • die Vergrößerung ist stufenlos zwischen 2-fach und 40-fach, teilweise noch höher, einstellbar
    • je nach Modell sind Vergrößerung, Kontrast, Helligkeit und Farbe von Text und Hintergrund (Falschfarben) veränderbar
    • die meisten Geräte verfügen über einen Autofokus
    • eine zuschaltbare horizontale Linie, um die Zeile zu halten, ein PC-Anschluss oder eine schwenkbare Fernkamera sind möglich
    • helfen beim Schreiben von Briefen, Ausfüllen von Formularen oder zum Basteln
  • elektronische Alltagshilfen
    • ermöglichen Sehgeschädigten und Blinden ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit.
    • denn Geräte wie z.B. der EinkaufsFuchs funktionieren als mobiles Erkennungsgerät für Produkte und gekennzeichnete Produkte jeder Art
    • damit können Strichcodes auf Produkten gelesen werden und somit Informationen über Inhaltsstoffe, Füllmenge und Hersteller vorgelesen werden
    • diese Informationen lassen sich von Ihnen ergänzen oder auch individuell an Ihre eigenen Vorstellungen anpassen
    • um eine komplikationsfreie Bedienung zu ermöglichen erfolgt diese über einzelne Bedienelemente
    • ein weiteres Gerät was im Alltag hilfreich sein kann ist die Fledermaus Orientierungshilfe
    • von der Funktionsweise her ist es wie eine Taschenlampe zu verwenden
    • durch Infrarot und Ultraschall ist eine Orientierung möglich und Sie werden durch akustische und/oder Vibrations-Signale auf Objekte die sich in einem Radius von ca. 3 Metern um Sie herum befinden, hingewiesen
    • zusätzlich dazu kann die Fledermaus auf sich annähernde und entfernende Personen aufmerksam machen
    • gleichzeitig erlaubt es Ihnen Personen oder bewegten Objekten in gleichbleibendem Abstand zu folgen
    • hilft, Lücken zwischen Autos, Glastüren, Öffnungen, Durchgängen oder Gegenständen auf dem Tisch berührungslos zu ermitteln